Ein Großteil der Aufgaben einer Kommune sind gesetzlich vorgegeben. Priorität hat grundsätzlich die Erfüllung der Kernaufgaben. Das engt die Kreativität zunächst ein. Das „Ob“ einer Umsetzung dieser Aufgaben kann also nicht diskutiert werden, sehr wohl aber das „Wie“. Eine Umsetzung sollte stets Effizienz als Ziel haben und als immer übergeordnetem Hauptfokus das Wohl der Einwohnerinnen und Einwohner. Das der Konsolidierungskurs fortgeführt werden muss steht außer Frage. Dennoch müssen soziale Erfordernisse mehr denn je betrachtet werden. Gleiches gilt für das Thema Nachhaltigkeit im Handeln. Zu kurz gesprungen bei Entscheidungen kostet langfristig Geld.
Themenschwerpunkte müssen gesetzt werden, so ist das Schwimmbadthema Aquarena eine hohe finanzielle Hürde, aber unter den Aspekten Fitness, Gesundheitsprävention, sportliche Bildung und Hygiene nicht zu diskutieren. Von notwenigen Schwimmkursen für Kinder und Erwachsene und der Notwendigkeit für den Tourismus ein Angebot vorzuhalten nicht zu reden. Dillenburg als zweitgrößte Kommune des LDK muss zudem ein entsprechendes Angebot an Sportstätten zur sportlichen Weiterbildung vorhalten. Aufgrund der Finanzierung in der diskutierten Millionenhöhe müssen Fördermöglichkeiten weiter diskutiert werden (Schwimmbad-(Investitions- und Modernisierungsprogram SWIM, Sonderprogramm Schwimmbadförderung SPSV) aber auch der Blick auf künftige Unterhaltungskosten gelegt werden. Eine Interkommunale Zusammenarbeit könnte eine Teillösung der Finanzierung sein, aber auch die Beteiligung von in Dillenburg ansässigen Unternehmen. Die zweitgrößte Stadt des LDK benötigt einen gemeinsamen verbindenden Versammlungs- und Veranstaltungsort. Eine gemeinsame Stadthalle in der Kernstadt für alle Bürgerinnen und Bürger muss weiter Priorität haben, so dass eine Umsetzung in den Jahren 2026 und 2027 erfolgen kann, wie im Finanzhaushalt vorgesehen.
Neu zu bedenken wäre ein in der neuen Stadthalle angegliederter Stadtverordnetensitzungssaal nach neuesten Erfordernissen. Das Thema Demographie wird immer als ein Thema der Überalterung verstanden, umso wichtiger, dass die Stadt innerhalb dieses Themenbereiches das Thema Jugend immer im Blick hat. Die Aufenthaltsqualität für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Stadt Dillenburg hat erhebliche Bedeutung und sollte in der Umsetzung des Jugendparks baldmöglichst sichtbar werden. Eine Attraktivität für junge Familien, nicht zuletzt für junge Lohn- und Einkommenszahler zu schaffen ist eine wesentliche Aufgabe. Eventuell müsste der Standort (zu weit weg vom Bahnhof, schlecht zu erreichen für Jugendliche mit den öffentlichen Verkehrsverbindungen) neu diskutiert werden und auf Dauer um weitere Angebote ergänzt werden, so könnte die Revitalisierung der ehemaligen Turnhalle der alten Steigerschule im Hofgarten eine weitere Alternative bieten.
Die Überalterung der Gesellschaft stellt die kommunale Ebene vor Herausforderungen. Es muss Infrastruktur geschaffen werden für eine alternde Gesellschaft, es wird dringend erforderlich sein bei allen anstehenden Investitionen diese Dimension mitzudenken und grundsätzlich einer mittel- und langfristigen Planung mehr Bedeutung zu schenken. Bestehende geförderte Konzepte (ISEK Innenstadtentwicklungskonzept zum Förderprogramm Lebendige Zentren) müssen weiterverfolgt werden. Förderungen müssen aber auch immer mit einem wachen Blick auf den zu erbringenden Eigenanteil beobachtet werden. Mit Blick auf die Frage wie sich eine Stadt finanziert, somit ein Blick auf die öffentlichen Abgaben muss bei den beiden größten originären kommunalen Einnahmeposten, der Grundsteuer sowie der Gewerbesteuer die gesamte städtische Infrastruktur betrachtet werden.
Wer wird wie belastet und bringt eine kurzfristige Einnahme einen langfristigen Effekt. Die Stadt muss den Spagat schaffen zwischen der Notwendigkeit auskömmlicher Einnahmen und der Verpflichtung den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber, sowie der Notwendigkeit Gewerbetreibende am Standort zu halten und durch attraktive Konditionen neu hinzuzugewinnen. Ziel sollte eine Verbreiterung der Gewerbesteuerbasis der Kommune sein. Beiträge und Gebühren, die die Stadt erhebt müssen verursachergerecht ausgestaltet werden und sollten die Bürgerinnen und Bürger nur in diesem Umfang belasten.